Der Sammelband „Jüdisches Eigentum in Europas Häfen. Zum Umgang mit Umzugsgut jüdischer Emigrant:innen im Nationalsozialismus“ (hrsg. von Susanne Kiel und Dr. Kathrin Kleibl) untersucht die systematische Ausbeutung von Umzugsgut verfolgter Jüd:innen während der NS-Zeit. In ihrem Vortrag geht Susanne Kiel auf die lokalen Enteignungsvorgänge in Bremen ein. Den gesamten Mitschnitt der Veranstaltung aus der Reihe „Braunes Erbe“ gibt es unten.
Während des Zweiten Weltkriegs lagerten in den Häfen Europas Umzugsgüter von Jüdinnen und Juden, die aufgrund der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik den Kontinent verlassen mussten. Mit Kriegsbeginn konnten diese Güter nicht mehr verschifft werden und wurden von den Behörden beschlagnahmt und öffentlich versteigert. Die Erlöse flossen in die Reichskasse, was nur durch ein eingespieltes administratives System und ein Netzwerk von Profiteurinnen und Profiteuren möglich war. Noch heute befinden sich viele dieser geraubten Gegenstände und Kunstwerke in privater und öffentlicher Hand.
In ihrem Vortrag im Rahmen der Reihe „Braunes Erbe“ spricht Susanne Kiel, Provenienzforscherin am Deutschen Schifffahrtsmuseum und Co-Herausgeberin des Sammelbands „Jüdisches Eigentum in Europas Häfen“, über die lokalen Enteignungsvorgänge in den Häfen Bremens. Im Gespräch mit Henning Bleyl werden die Verflechtungen von Wirtschaft, Politik und Kultur bei diesen Beraubungen beleuchtet.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Theaters Bremen, der Heinrich Böll-Stiftung Bremen und des Projekts geraubt.de.
Den gesamten Mitschnitt des Vortrags und der Diskussion: