InKLOsion: Toiletten für alle!

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Zugängliche öffentliche und barrierefreie Toiletten sind für viele Menschen, wie zum Beispiel ältere Menschen, Personen mit Inkontinenz oder Menschen mit Behinderungen eine wichtige Voraussetzung, um sich sicher und selbstständig im öffentlichen Raum bewegen zu können. Doch in vielen Städten fehlen sie, sind schwer zugänglich oder unhygienisch, was den Alltag unnötig erschwert.

InKLOsion: Toiletten für alle

Öffentliche Toiletten sind für viele Menschen ein alltäglicher Ort. Für Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen oder Personen mit Inkontinenz jedoch weit mehr als das. Sie sind eine grundlegende Voraussetzung für Teilhabe und Selbstbestimmung im Alltag. Untersuchungen zeigen, dass fehlende oder unzugängliche Toiletten dazu führen, dass Menschen soziale Aktivitäten vermeiden, ihre Flüssigkeitszufuhr einschränken oder öffentliche Räume ganz meiden. Für ältere Menschen, die häufiger von Inkontinenz betroffen sind, sind verlässliche und zugängliche Toiletten besonders wichtig. Auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen benötigen ausreichend Platz, geeignete Haltegriffe, höhenverstellbare Toiletten und genügend Bewegungsfreiheit, um Toilettenräume selbstständig nutzen zu können. Gesetzlich sind barrierefreie Toiletten in Deutschland unter anderem durch die Musterbauordnung und die DIN-Normen für barrierefreies Bauen geregelt. Dennoch zeigen Untersuchungen, dass die Versorgung nicht flächendeckend ist und Zugangshindernisse, wie eingeschränkte Öffnungszeiten, komplizierte Schlüssel-Systeme oder schwer erreichbare Standorte, weiterhin bestehen.

Die Situation in Bremen: Zugang, Barrieren und Lücken

In Bremen gibt es 11 öffentliche Toiletten, die von der Stadtreinigung betrieben werden, wovon 7 barrierefrei sind, nur zwei hiervon können ohne einen Euro-Schlüssel benutzt werden. Darüberhinaus gibt es die sogenannten „Netten Toiletten“, die in Kooperation mit Geschäften und Einrichtungen zusätzliche Zugänge ermöglichen. Insgesamt umfasst das Netz der Netten Toiletten stadtweit etwa 100 Einrichtungen, wovon rund 30 als "barrierefrei" gelabelt sind. Aber auch diese können Barrieren aufweisen: eingeschränkten Öffnungszeiten, unpraktischen Standorte, komplizierte Schlüsselsysteme, Abhängigkeit vom Hausrecht. Für Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen oder obdachlose Menschen kann dies zu erheblichen Einschränkungen führen. Die Nutzung von Toiletten ist daher nicht nur eine Frage der Hygiene, sondern auch der gesellschaftlichen Teilhabe. Menschen, die auf barrierefreie Toiletten angewiesen sind, berichten von sozialer Isolation, Unsicherheit und einer Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit, wenn die Infrastruktur nicht ihren Bedürfnissen entspricht. Gerade Menschen mit komplexen Behinderungen müssen beispielsweise dann auf den Boden ausweichen, wenn keine ausreichenden Liegeflächen zum Wechseln von Inkontinenzeinlagen vorhanden sind, eine unhygienische und gesundheitsschädliche Alternative.

Um die Situation zu verbessern sind klare gesetzliche Vorgaben und innovative Projekte wichtig. Projekte wie z.B. „Toilette für alle“ setzen Standards, die Menschen mit komplexen Behinderungen berücksichtigen, etwa durch Lifter, Liegeflächen oder größere Kabinen. Das Projekt zeigt in vielen Städten Deutschlands, dass inklusive, barrierefreie Toiletten gut in den öffentlichen Raum integriert werden können, um die Zugänglichkeit für viele Menschen zu erhöhen. 

Quellen: