"Madonnas letzter Traum"

"Madonnas letzter Traum"

Buchvorstellung

Dienstag, 3. September 2019, 19.00 Uhr, Foyer/Theater am Goetheplatz. Doğan Akhanlı präsentiert seinen aus dem Türkischen ins Deutsche übersetzten Roman Madonnas letzter Traum.

Madonnas letzter Traum -Cover-Vorne
Madonnas letzter Traum -Cover-Vorne — Bildnachweise

Sabahattin Ali neu geschrieben: In Madonnas letzter Traum greift Doğan Akhanlı die Novelle Madonna im Pelzmantel des türkischen Dichters Ali auf - und realisiert sie doch ganz anders. Nun ist Ali selbst ein Romancharakter, wird auf seinem Weg ins Exil 1948 von Angehörigen des türkischen Geheimdienstes getötet, gesteht mit dem letzten Atemzug, Maria Puder sei in Wirklichkeit anders gestorben als in seiner Novelle.

Akhanlı unternimmt auf diese Weise den Versuch, die wahre Geschichte des Lebens und Todes von Maria Puder in der NS-Zeit aufzuklären. Der Roman verwebt fiktionale Elemente mit wahren historischen Ereignissen.

Doğan Akhanlı — Bildnachweise

Akhanlı, 1957 in der Türkei geboren, setzt sich in seinen Romanen und Theaterstücken für einen aufrichtigen Umgang mit historischer Gewalt ein - als Basis für eine Völkerverständigung, insbesondere zwischen Kurden, Türken und Armeniern. Zudem befasst sich Akhanlı intensiv mit Antisemitismus, so auch in seinem vor fünf Tagen auf Deutsch erschienenen Roman "Madonnas letzter Traum". Er kreist um den Untergang der „Struma“, die 1942 mit 782 jüdischen Geflüchteten an Bord von einem sowjetischen U-Boot vor Istanbul versenkt wurde. Zuvor hatten sich die dortigen Behörden geweigert, die Verfolgten an Land zu lassen. 

Das Goethe-Institut würdigt Akhanlıs Werk als „Gegenstück zur Simplifizierung und als ein Plädoyer für mehr Genauigkeit, intensiveres Recherchieren und präziseres Denken“. Akhanlı tut das mit hohem persönlichen Risiko: 2017 wurde er zum wiederholten Mal verhaftet, dieses Mal - auf Ersuchen der türkischen Regierung - in Granada. Erst nach vehementen internationalen Protesten kam er wieder frei.

Wir haben Doğan Akhanlı eingeladen, sein neues Buch vorzustellen. Im Anschluss an die Präsentation findet eine Diskussionsrunde statt. Moderiert wird der Abend von Silke Behl.

Veranstaltet in Kooperation mit dem Sujet Verlag, dem Theater Bremen und dem Literaturhaus Bremen, präsentiert von Bremen Zwei.

Ort: Foyer/Theater Bremen, Goetheplatz 1–3, 28203 Bremen
Informationen zum Eintritt: kontakt@sujet-verlag.de

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