Nach den Rechten sehen: Lynn Berg

Reihe

Dienstag, 21. April 2020, 20:00 Uhr im noon. Immer mehr Frauen in Europa wählen rechtspopulistische Parteien und auch die Parteiführungen zeigen sich mit Frauen wie Alice Weidel, Beatrix von Storch oder Marine Le Pen immer weiblicher. Doch wie passen Frauenpolitik und Rechtspopulismus eigentlich zusammen? Wir sprechen mit Lynn Berg über Frauen im Rechtspopulismus.

Zebrastreifen "look right"

Rechtspopulistische Parteien haben sich mittlerweile im europäischen Parteiensystem fest etabliert. Selbst im Sonderfall Deutschland, das lange Zeit nur vernachlässigbare Kleinstparteien am rechten Rand pflegte, sind mit der Alternative für Deutschland mittlerweile, wie beispielsweise bei der sächsische Landtagswahl 2019, bis zu 27,5% der Wähler*innenstimmen für den Rechtspopulismus zu verzeichnen. Die Forderungen und Ziele der Rechtspopulist*innen in Europa sind vor allem europaskeptisch, antisemitisch, gegen Migrant*innen, das "Establishment" und Muslim*innen ausgrichtet und oft antifeministisch. Die Frauen- und Familienpolitik dieser Parteien ist als konservativ bis frauenfeindlich einzuschätzen. Verwunderlich ist da das Erstarken der Frauen in der Führungsebene eben jener Parteien sowie die Zunahme der Wählerinnen, die sich für Parteien wie beispielsweise die Lega Nord in Italien oder die Rassemblement National, früher Front National, in Frankreich entscheiden. 

Zusammen mit Lynn Berg, der wissenschaftlichen Referentin zum Themenbereich Rechtspopulismus, soziale Frage und Demokratie am Forschungsinstitut für Gesellschaftliche Weiterentwicklung Duisburg, wollen wir über Frauen in rechtspopulistischen Parteien sprechen. Wir wollen in unserer gemeinsam mit dem Theater Bremen veranstalteten Reihe „Nach den Rechten sehen“ der Frage nachgehen, wie der scheinbare Widerspruch zu erklären ist, dass heutzutage Frauen Parteien vertreten, die lange Zeit in der Forschung aufgrund ihrer Ausrichtung, den vorwiegend männlichen Politikern und ihrer überwiegend männlichen Wählerschaft als sogenannte "Männerparteien" betitelt wurden. Dabei werden wir einerseits die Parteien und ihre Ausrichtung in Bezug auf Gender-Themen und Frauenpolitik betrachten und andererseits über die Politikerinnen selbst, wie Beatrix von Storch, Marine Le Pen oder Beata Szydło sprechen, um zu ergründen, wieso Frauen in Führungspositionen von rechtspopulistischen Parteien immer erfolgreicher zu werden scheinen.

Der Eintritt ist frei, Zählkarten gibt es an der Theaterkasse.