Auf dieser Seite finden Sie die Veröffentlichungen der HEINRICH BÖLL STIFTUNG als Dateien zum Download. Da die Texte zum online lesen unserer Ansicht nach zu lang sind, bieten wir Ihnen einen kurzen Anriss der jeweiligen Heftthematik.

Föderal und gerecht - Nachdenken über Föderalismus und die Föderalismusreform III (2014)
Klaus Wolschner: Demokratie und Bürgerbeteiligung – ein Bericht aus dem rotgrün regierten Bremen
Policy Papers - Frank Nullmeier: Zur Neubestimmung des demokratischen Systems
Policy Papers - Winfried Thaa: Die Krise demokratischer Repräsentation
Policy Papers -Elmar Wiesendahl: Repräsentative Demokratie und Parteien
Offener Brief an Gianni Vattimo (Hannah-Arendt-Preisträger 2002)
In den Netzen des cyberspace
Der Fleischatlas 2014
Demografie und Stadt - Vortrag von Albrecht Göschel
Kunst und Kultur sind es uns wert - Aufnahmen online
Das Unbehagen in der Säkularisierung (2008)
Politik und Moderne, Band VII
Debatte zu Politik und Moderne, Band VI (2002/2003)
Debatte zu Politik und Moderne, Band V (2001)
Debatte zu Politik und Moderne, Band IV
Debatte zu Politik und Moderne, Band III (2000)
Debatte zu Politik und Moderne, Band II (2000/2001)
Debatte zu Politik und Moderne, Band I (1999)
Die Grünen und die Moderne (1997)



Föderal und gerecht - Nachdenken über Föderalismus und die Föderalismusreform III (2014)
Eine der wichtigsten anstehenden Reformen wird in diesem Jahrzehnt die Föderalismusreform III sein. Spätestens seitdem die Länder Bayern und Hessen Klage gegen den Länderfinanzausgleich eingereicht haben, werden Überlegungen über eine Neuordnung der Ausgleichmodelle wieder breit diskutiert. Von verschiedenen Seiten gibt es Vorschläge. Die Heinrich Böll Stiftung möchte den Debatten eine Plattform geben. Wir haben dazu WissenschaftlerInnen und PolitikerInnen zusammenkommen lassen, die aus unterschiedlichen Blickwinkeln Vorschläge gemacht haben. Da gab es die Blicke der Nehmer- und Geberländer, die Blicke aus dem »Osten« und aus dem »Westen«, die Blicke von großen und kleinen Ländern, die Blicke aus dem Norden und aus dem Süden und natürlich aus der Sicht von WissenschaftlerInnen und PolitikerInnen.

Mit Beiträgen von Nathalie Behnke, Jan Fries, André W. Heinemann, Karl-Martin Hentschel, Gebhard Kirchgässner, Wolfgang Renzsch
und dem Institut für den öffentlichen Sektor

Herausgegeben von der Heinrich Böll Stiftung Bremen in Zusammenarbeit mit den Landesstiftungen der Heinrich Böll Stiftung in Baden-Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen.


PDF-Dokument DOWNLOAD (PDF, 6.812 kb)
Foederal_und_gerecht


Klaus Wolschner: Demokratie und Bürgerbeteiligung – ein Bericht aus dem rotgrün regierten Bremen
Paper
November 2014

PDF-Dokument DOWNLOAD (PDF, 235 kb)
Paper Klaus Wolschner


Policy Papers - Frank Nullmeier: Zur Neubestimmung des demokratischen Systems

Der Beitrag basiert auf einem Vortrag bei der Tagung "Update Repräsentation und Beteiligung" der Heinrich-Böll-Stiftung Bremen am 10. Oktober 2014.

Partizipation an sich ist nicht demokratisch. Beteiligung kann nur demokratisch sein, wenn sie ein Verfahren auf Basis politischer Gleichheit und Inklusion darstellt und auch institutionell an den politischen Entscheidungsprozess angebunden wird. Erst dann führt sie zu einer partizipatorischen Vertiefung der Demokratie.

Frank Nullmeier erläuerter die Kernelemente der Demokratie, analysiert Tendenzen der Abkehr von demokratischen Prozeduren und sucht eine Neubestimmung des Verhältnisses zwischen Demokratie, Repräsentation und Beteiligung. Der Beitrag basiert auf einem Vortrag bei der Tagung "Update Repräsentation und Beteiligung" der Heinrich-Böll-Stiftung Bremen am 10. Oktober 2014.

Prof. Dr. Frank Nullmeier ist Professor für Politikwissenschaft an der Universität Bremen und Leiter der Abteilung "Theorie und Verfassung des Wohlfahrtsstaates" des Zentrums für Sozialpolitik. Seine Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem im Bereich der Politischen Theorie sowie der Sozialpolitikforschung und Wohlfahrtsstaatstheorie.

PDF-Dokument DOWNLOAD (PDF, 1.071 kb)
Policy Paper 08-Frank Nullmeier


Policy Papers - Winfried Thaa: Die Krise demokratischer Repräsentation

Der Beitrag basiert auf einem Vortrag bei der Tagung "Update Repräsentation und Beteiligung" der Heinrich-Böll-Stiftung Bremen am 10. Oktober 2014.

Die repräsentative Demokratie befindet sich in einer Krise. Die Kritik an den Defiziten der politischen Repräsentation ist jedoch schon so alt wie das System selbst. Gleichzeitig gewinnen Argumente für die Leistungen der repräsentativen Demokratie in der neueren theoretischen Debatte wieder an Akzeptanz.

Winfried Thaa verdeutlicht die verschiedenen Sichtweisen auf das System der repräsentativen Demokratie, erläutert Symptome und Tendenzen der aktuellen Krise und erklärt, warum ein abschließender empirischer Krisenbegriff schwierig ist.

Prof. Dr. Winfried Thaa ist Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Trier und leitete von 2004 bis 2012 das Projekt "Formen und Funktionsweisen politischer Repräsentation von Fremden und Armen in der Bundesrepublik" im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 600 der DFG. Seine Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem im Bereich der Demokratietheorie und der Politischen Repräsentation.


PDF-Dokument DOWNLOAD (PDF, 762 kb)
Policy Paper 10 - Winfried Thaa


Policy Papers -Elmar Wiesendahl: Repräsentative Demokratie und Parteien

Der Beitrag basiert auf einem Vortrag bei der Tagung "Update Repräsentation und Beteiligung" der Heinrich-Böll-Stiftung Bremen am 10. Oktober 2014.

Für eine erfolgreiche repräsentative Demokratie sind politische Parteien unerlässlich. Sie bilden den Kern der repräsentativ-demokratischen Willensbildung sowie der politischen Machtausübung. Doch ist die Parteiendemokratie lediglich ein Idealmodell, das seit geraumer Zeit mit Aushöhlungstendenzen und Legitimationsmängeln einhergeht.

Elmar Wiesendahl erläutert die aktuellen Entwicklungen der repräsentativ-demokratischen Parteien, veranschaulicht die Herausforderungen bei der Wahrung ihrer gesellschaftlichen Funktion und formuliert Maßnahmen zur Rückgewinnung ihrer demokratischen Repräsentativität.

Elmar Wiesendahl war Professor für Politikwissenschaft an der Universität der Bundeswehr München und ist ausgewiesener Experte der Parteienforschung. Seine gegenwärtigen Forschungsinteressen beziehen sich auf Krisenentwicklungen der Parteiendemokratie und auf das Verhältnis von Parteien und sozialer Ungleichheit.

PDF-Dokument DOWNLOAD (PDF, 415 kb)
Policy Paper - Elmar Wiesendahl


Offener Brief an Gianni Vattimo (Hannah-Arendt-Preisträger 2002)
anlässlich seines Interviews mit Radio 24 (2014)


siehe hierzu auch:

Kommentar Ralf Fücks "Mit der Hamas gegen die "zionistischen Bastarde" - Der tiefe Fall des Hannah-Arendt-Preisträgers Gianni Vattimo"


PDF-Dokument DOWNLOAD (PDF, 223 kb)
Offener Brief


In den Netzen des cyberspace
Die Welt der sozialen Netzwerke und die Frage nach dem Ort des Politischen

Dokumentation einer Workshop-Debatte am 28. Juni 2013 in der Heinrich-Böll-Stiftung Bremen

Das Internet ist gewiss der augenblicklich bedeutendste und schillerndste Inbegriff einer hochtechnologisch ausgerichteten Gegenwart. Digitale Medien durchformen zunehmend sämtliche unserer Lebens- und Wirklichkeitsbereiche. Vor diesem Hintergrund zeichnet sich eine scheinbar neue Infrastruktur des sozialen Miteinanders – gerade in Gestalt der »social media« (wie etwa facebook, twitter etc. pp.) – ab. Während einerseits an diesen Vorgang verheißungsvolle Prophetien einer womöglich immer flächendeckenderen demokratischen Partizipation geknüpft sind, wird auf der anderen Seite ein tiefgreifender Bedeutungsschwund der politisch-öffentlichen Sphäre registriert.
Ist das Internet, dessen technologische Vervollkommnung nicht zuletzt auch ökonomisch motiviert ist, denn als ein Forum politischer Öffentlichkeit treffend beschrieben? Welche Rück- und Auswirkungen auf politische Entscheidungsprozesse bestehen? Oder muss zuallererst überhaupt der genuine Ort des Politischen neu erfragt werden, wenn in Anbetracht des rasanten Ausbaus digitaler Netzwerke die Unterscheidung zwischen »privat« und »öffentlich« zusehends an ihre Grenzen stößt? In dem für alle Interessierten geöffneten Workshop wurden diese und andere Fragen eingehend diskutiert.
Eröffnet wurde der Workshop mit einem Referat von Dr. Imke Sommer, Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit. Nach der folgenden Diskussion und einer Pause wurde der Workshop fortgesetzt mit einem Referat von Prof. Dr. Lothar Probst, Politikwissenschaftler an der Universität Bremen, und sich anschließender Debatte.

PDF-Dokument DOWNLOAD (PDF, 718 kb)
In den Netzen des cyberspace


Der Fleischatlas 2014

Wie viele Tiere werden in Deutschland und der Welt geschlachtet? Wer profitiert vom billigen Fleisch? Welche Hormone landen ungewollt auf unserem Teller und wie viele Pestizide werden eingesetzt?
Nachdem der Fleischatlas 2013 gezeigt hat, welche Auswirkungen Europas Fleischkonsum auf die Schwellen- und Entwicklungsländer und aufs Klima hat, bringt der Fleischatlas 2014 Licht ins Dunkel des Big Business Fleisch – von Europa, über die USA bis hin zu den aufstrebenden Volkswirtschaften China und Indien.
Thematisiert werden unter anderem aktuelle Tendenzen beim Fleischkonsum in den Industriestaaten, das Landgrabbing in Entwicklungsländern und mögliche Auswirkungen des derzeit verhandelten USA-Europa-Freihandelsabkommens. Der Fleischatlas 2014, der im Rahmen unserer Grünen Woche 2014 veröffentlicht wird zeigt an konkreten Beispielen, dass jenseits der "Massenindustrie Fleisch" Alternativen möglich sind.

PDF-Dokument DOWNLOAD (PDF, 3.789 kb)
Fleischatlas 2014


Demografie und Stadt - Vortrag von Albrecht Göschel
Vortrag am 3. Juni 2013 in Bremen

Was ist Stadt?

Die demografische Entwicklung erhöht die Bedeutung der Städte. Sie werden der Ort sein, an dem über die Zukunft der Gesellschaft mitentschieden wird. In einem ersten Schritt wäre zu klären, über was wir reden, wen wir über die Stadt sprechen. Die europäische Stadt ist eine Besonderheit in der Welt, ihre Charakteristika wären herauszustellen auf der einen Seite, auf der anderen Seite müssen ihre Wandlungen in der Geschichte gesehen werden. Eine dieser Häutungen findet seit einigen Jahren statt. In die Zentren drängen ältere Menschen, Eltern mit Kindern, Migranten. Sie werden mehr und mehr Zentren für Integration/Inklusion und gleichzeitig von Verdrängung und Konkurrenz.

Wie leben in der Stadt?
Mit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden die Städte auf Autos und zentrale Verkaufsflächen ausgerichtet. Wie zeitgemäß ist das noch vor dem Hintergrund neuer, andere Nutzergruppen. Wie muss Mobilität neu gestaltet werden? Welche Anforderungen stellen an Wohnraum? (Preis, Größe usw.) Welche neuen Nutzungsmischungen werden benötigt, die Eingang in die Stadtentwicklung, Stadtplanungen finden müssen?

Wie organisieren sich öffentliche Räume?
Wie werden die neuen Alten leben? Wo können, sollen, wollen sie sich einmischen? Wo sind die Räume für Beteiligung, für Gemeinsamkeiten? Die Alten als Vorreiter einer Postwachstumsökonomie? Beherrschen die „Grauen“ das öffentliche Leben? Werden die Alten zu einem Problem für die Politik, wo sie heute schon viele Strukturen dominieren? Was muss sich ergeben? Was gehört in eine Planung?

Den Vortragstext finden Sie anbei

PDF-Dokument DOWNLOAD (PDF, 243 kb)
Text Vortrag Albrecht Göschel


Kunst und Kultur sind es uns wert - Aufnahmen online
Gespräche über Kultur und Medien (2012)

Unter dem Motto „Kunst und Kultur sind es uns wert“ fanden am 7. und 8. Juli 2012 in der Schwankhalle auf Einladung der Heinrich Böll Stiftung Bremen zwei Gesprächsrunden mit KulturpolitikerInnen, UrheberInnen, WissenschaftlerInnen und VertreterInnen der Netzgemeinde statt. Die Diskussionen, zu denen etwa 40 ZuschauerInnen gekommen waren, sind nun auch online verfügbar. Sie sollen einen Beitrag zur aktuellen Debatte leisten.
Das Urheberrecht schützt die „Kleinen“: die Schriftsteller, Komponisten und Filmemacher, genauso wie die „Großen“: die Verlags- Musik- und Filmindustrie. In Kraft trat es jedoch bereits 1965, und angesichts neuer Medien und Technologien wird es vielfach als überholt bewertet.
Doch was ist „geistiges Eigentum“? Wie können Kreative gestärkt werden? Wie kann sichergestellt werden, dass sie von ihrer Arbeit leben können? Und wie kann gleichzeitig der Zugang der NutzerInnen zu Kunst und Kultur ermöglicht werden? Weder das alte Urheberrecht noch der Verweis auf dessen Infragestellung durch das Internet können diese Fragen beantworten.

Die Kontroverse am Samstag betraf zunächst ganz konkret die Frage, was wir unter „geistigem Eigentum“ verstehen und welche Unsicherheiten auf Seiten der UrheberInnen entstehen, wenn dieses nicht mehr anerkannt würde. Die Schriftsteller Andreas Behm und David Safier stellten klar, dass sie ohne das Urheberrecht von Ihrer Arbeit kaum leben könnten. Gleichzeitig plädierte die Runde dafür, auch alternativen Modellen Raum zu geben. So berichtete etwa die Publizistin und Bloggerin Silke Helfrich, dass sie ihre Werke online als Creative Commons veröffentlicht und nur die gedruckte Version verkauft. Eine europäische Perspektive brachte Helga Trüpel (MdEP) ein. Das Internet als grenzüberschreitendes Medium ist eine Herausforderung für die europäische Gesetzgebung, da die Interessen der UrheberInnen nicht nur gegenüber den Interessen der NutzerInnen vertreten werden müssen. Sowohl die Interessen der Urheber als auch die Datenschutz-Interessen der Nutzer gelte es gegenüber der enormen Marktmacht amerikanischer Großkonzerne zu verteidigen.

Am Sonntag wurden neue Modelle vorgestellt und debattiert, die das bestehende Urheberrecht ergänzen oder ersetzen könnten. Der Politikwissenschaftler Joost Smiers verwies bei seinem Plädoyer für die Abschaffung des Copyright auf die Kartellbildung im Kulturbetrieb und die zunehmende Privatisierung von Kunst und Kultur. Janosch Schobin stellte drei Grundsätze guten Sharings (Teilens) vor, mit der die gegenseitige Verpflichtung von SharerIn und NutzerIn gegenüber den UrheberInnen wiederhergestellt werden könnte. Regisseur Cay Wesnigk berichtete von dem Ausprobieren neuer Modelle, und der Kultur- und Medienwissenschaftler Jochen Bonz warf die Frage auf, inwiefern die heutige Kultur des Remixes und der Reproduktion mit dem Gedanken geistigen Eigentums vereinbar sei. Der Bremer Kulturpolitiker Carsten Werner plädiert dafür, bei der Suche nach Bezahl- und Vertriebsmodellen Vielfalt zu denken und Entwicklungen zuzulassen. Er möchte vom Streiten über Rechte zum Diskurs über Kulturtechniken und Formate zu kommen: Hybridformen, interaktive Formate, technologische und kulturelle Entwicklungen - das Netz habe der Kultur auch einen großen Schub an Vielfalt, Ressourcen und Öffentlichkeit gebracht.

Moderiert wurden beide Podien von Otmar Willi Weber, Radio Bremen.

Beide Diskussionen wurden aufgezeichnet und können online abgerufen werden:

Das Wohl und Wehe des Urheberrechts

David Safier, Andreas Behm, Silke Helfrich und Helga Trüpel 07.07.2012, ca.165 min

Neue Wege?
Jochen Bonz, Janosch Schobin, Joost Smiers, Carsten Werner, Cay Wesnigk 08.07.2012 175min

www.schwankhalle.de/kunstkultur



Das Unbehagen in der Säkularisierung (2008)
Dokumentation eines Symposiums zum Thema Islam und Menschenrechte
Zum Andenken an Zoltan Szankay (2. Mai 1929 – 12. Januar 2008)



Politik und Moderne, Band VII

Hinter dem Horizont geht es weiter - aber wohin?
Welche finanziellen und politischen Perspektiven hat Bremen noch?

Mit zunehmender Radikalität verändert sich unsere Gesellschaft. Stichworte sind hier: Globalisierung, Individualisierung, Demographie. Die Folgen sind: wirtschaftliche Probleme, Arbeitslosigkeit, wachsende Armut gegenüber zunehmendem Reichtum Weniger, soziale Polarisierung und auch die Finanznot öffentlicher Haushalte. Aufgaben und Rolle des Staates und der gesamten staatlichen Ordnung (Föderalismus) stehen zur Diskussion. Bremen hatten die Vorläufer dieser Entwicklung schon früh getroffen (Werften). Sie führten zu einer Haushaltsnotlage, der der Bund mit einem Sanierungsprogramm begegnen wollte. Ende 2004 lief die Sanierung aus. Hans Jürgen Kröger zieht eine detailreiche Bilanz des Sanierungsprogramms, indem er dessen Scheitern feststellt. Die Frage bleibt offen, ob die Verbesserung der Finanzausstattung Bremens eine realistische Option ist? In der Diskussion sind verschiedene Varianten:

a) Die Steuerverteilung macht Bremen arm. Gibt es eine realistische Chance, hieran etwas zu ändern, indem z. B. ein Teil der Lohn- und Einkommenssteuer dort verbleibt, wo sie erwirtschaftet wird?
b) Oder ist die Erhöhung der Einwohnerwertung eine realistische Option für Bremen?
c) Was könnte eine erneute Anrufung des Bundesverfassungsgerichts bringen oder
d) liegt die Zukunft Bremens in einem Nordstaat mit einem starken Großraumverband Bremen?

Dazu äußern sich die Beiträge von Dr. Ulrich Nussbaum, Bremens Finanzsenator, Karoline Linnert, Sprecherin des Haushalt- und Finanzausschusses der Bremischen Bürgerschaft, und Prof. Gisela Färber von der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer.
Neben dem fiskalischen Scheitern der Haushaltssanierung scheint es auch nicht gelungen zu sein, Zukunftsweisendes anzuschieben wie es z. B. Hamburg gelungen ist, ob nun rotgrün oder CDU regiert, bei allen Kritiken, die im Einzelnen berechtigt sein mögen.

Das letzte Jahrzehnt in Bremen war eine Geschichte der Selbsttäuschung über die „Erfolge“ der Sanierungspolitik. Die einst stolze hansestädtische Tradition aus Liberalität und Weltoffenheit, aus Geschäftstüchtigkeit, staatsbürgerlicher Verantwortung und Eigensinn kränkelt. Die Selbstrechtfertigung, dass die Republik aus der Eigenständigkeit Bremens Vorteile zieht, ist hohl geworden. Was kann Bremen tun? Dazu versuchen Ausblicke: Dr. Albrecht Göschel vom Institut für Urbanistik in Berlin, Waltraut Luschny, stellvertretende Chefredakteurin von arte, und Prof. Walter Siebel von der Universität Oldenburg.


PDF-Dokument DOWNLOAD (PDF, 869 kb)
Hinter dem Horizont geht es weiter - aber wohin?


Debatte zu Politik und Moderne, Band VI (2002/2003)
Drei größere Projekte der Heinrich Böll Stiftung Bremen liegen diesem Band zu Grunde. Es waren die Tagung "Staat, Markt und Gesellschaft", die im April 2003 in der Bremischen Bürgerschaft stattfand, das Symposium "Sinn versus Oberfläche", das sich vom Oktober 2002 bis zum Januar 2003 hinzog, und die "Genderdialoge", mit denen im Herbst 2002 begonnen wurde.

1. Staat, Markt und Gesellschaft
Der Sozialversicherungsstaat steht zunehmend in Frage. Das Verhältnis der 3 Akteure muss sich neu bestimmen, wobei es weniger um ein mehr oder weniger des einen oder anderen geht, sondern darum, qualitativ darüber nachzudenken, wie der Staat sein Handeln neu definiert und welche Rollen künftig bürgerschaftliches Engagement und private Eigenverantwortung spielen sollen.

2. Sinn versus Oberfläche
Präsent waren auf dem Symposium die ganze Palette: Konzert, Ausstellung, Vortrag und Installation, immer um die Frage herum, im welchem ergänzenden oder ausschließenden Verhältnis Sinn und Oberfläche zueinander stehen bis zu der Frage, ob hinter der inhaltlichen Dechiffrierung eine weitere Vertiefungsmöglichkeit besteht und sich erschließt, ob eine künstlerische Umsetzung des Inhalts aus der Sicht des Künstlers über die Faszination des Mediums hinausgehen kann und ob metaphysische Kategorien wie Idee, Tiefe, Identität, Unbewusstes, aber auch Entstehungsgeschichte, Kontext und Sinnlichkeit noch von Bedeutung sind.

3. Genderdialoge
Gender war ein Leitmotiv der Linken nach 1968, mit dem sich der Machtzusammenhang zwischen Sexualität und Patriarchat umschreiben ließ. Die Theoretisierung der Sexualität unter dem Aspekt der Macht- und Gewaltfrage, die in den 70er und 80er Jahren vor sich ging, verdrängte jede Rhetorik von der sexuellen Befreiung. Von "Sex" ist kaum noch die Rede, jedenfalls im akademischen Diskurs. Was das wiederum bedeuten kann, damit beschäftigen sich die beiden Beiträge in diesem Band.


PDF-Dokument DOWNLOAD (PDF, 379 kb)
Debatte zu Politik und Moderne, Band VI



Debatte zu Politik und Moderne, Band V (2001)
Kunst und Wissenschaft

Die in diesem Band versammelten Beiträge geben das im Rahmen des Projektes Kunst in der Gegenwart veranstaltete 2. Bremer Symposium "Kunst und Wissenschaft" wieder. Die Autoren haben ihr Vorträge noch einmal durchgesehen. Redaktionell wurde nur sparsam eingegriffen. Der Text von Heinz-Otto Peitgen, der aus Zeitgründen nicht von ihm überarbeitet werden konnte, musste wegen Überlänge gekürzt werden. Auch ließ sich die Fülle von Bildern, Dokumenten und Experimenten nicht darstellen. Es wurde versucht, die Argumentation zu erhalten.

Andreas Strobl benutzte bei seinem Vortrag ebenfalls viele Bilder. Im Text wird aber so auf sie verwiesen, dass sie einerseits in der Schrift aufgehoben erscheinen, andererseits als Hinweis fungieren, die Originalbilder in der Kunsthalle selbst anzuschauen. Hartmut Lücks Vortrag ist wie ein eigener musikalischer Text gearbeitet, der die verwendeten Klangbeispiele als CD-Liste im Anhang enthält. Auch Gert Sautermeister betont das Musikalische der poetischen Sprache, die dadurch Kraft erhält, sowohl die Alltagssprache neu zu verzaubern als auch der Wissenschaftssprache eigene Starrheiten und terminologische Apparaturen auszutreiben. Schließlich verbindet Éva Pintér noch einmal Musik und Wissenschaft durch die Zahlen. Wieder einmal erwies sich die Galerie von Katrin Rabus als der Ort, an dem die Verbindung von Kunst und Wissenschaft durch Musik sinnlich erfahrbar war.

Aufgenommen wurde der Vortrag von Jochen Schubert über Heinrich Böll, der im Rahmen des Gesamtprojektes im Dezember in Rostock gehalten wurde.

Kunst in der Gegenwart wird gefördert durch den Europäischen Sozialfonds (ESF).

PDF-Dokument DOWNLOAD (PDF, 391 kb)
Debatte zu Politik und Moderne, Band V


Debatte zu Politik und Moderne, Band IV
mit Beiträgen von Hannah Arendt, Dick Howard, Claude Lefort, Albrecht Göschel und Heidrun Friese/Peter Wagner

Im vierten Band unserer Reihe "Politik und Moderne" legen wir wieder einen kleinen Essayband vor, der Beiträge enthält, die es uns wert erscheinen, gelesen und auch aufbewahrt zu werden. Wir erleben in den letzten Jahren immer wieder Neuauflagen der Debatte um Schuld und Verantwortung an den Verbrechen des Nationalsozialismus und dem Antisemitismus. "Goldhagen", "Die Walser-Bubis-Debatte", die Wehrmachtsausstellung, Möllemann und die FDP, um nur einige zu nennen.
Es gibt einen schönen Beitrag von Hannah Arendt aus dem Jahre 1968 zu den Fragen von Schuld und Verantwortung, der bisher nicht auf deutsch erschienen ist, den wir aber für eine Tagung in Bremen haben übersetzen lassen und den wir hier zugänglich machen wollen.

1998 erhielt Claude Lefort den Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken. Während Lefort in Frankreich eine feste Größe, ist er dem deutschen Publikum weitgehend unbekannt. Woran das liegen könnte, fragt sich Dick Howard, der die Laudatio auf Claude Lefort anlässlich der Preisverleihung 1998 hielt, in dem Beitrag "Introduction Claude Lefort". Dick Howard ist Professor für Philosophie an der State University of New York Stony Brook.

Lefort selbst kommt mit seinen hier in Bremen gehaltenen Vortrag "Die Weigerung, den Totalitarismus zu denken" zu Wort. Claude Lefort lehrte an der Ecole des hautes études en sciences sociales und ist Mitbegründer zahlreicher Zeitschriften, die zu wichtigen Diskussionsforen wurden und in denen sich die Wandlungen der französischen intellektuellen Landschaft abspielten.

Albrecht Göschel arbeitet am Deutschen Institut für Urbanistik in Berlin mit den Schwerpunkten Sozialpolitik und Kulturpolitik. In Bremen war er bei der Kulturinitiative Anstoß mit dem Vortrag "Kulturpolitik unter dem Diktat der Ökonomie - der geplante Verfall des Gemeinwesens" zu Gast.

Eine der zentralen Fragen des nächsten Jahrzehnt wird die nach der zukünftigen Gestalt Europas sein. Heidrun Friese und Peter Wagner unternehmen den Versuch, Europa jenseits von Bürokratie und Präsidenten- und Ministertreffen politisch zu (be)gründen. Heidrun Friese ist Autorin zahlreicher Veröffentlichungen zur Sozialtheorie von Zeit und Geschichte, zur Anthropologie der Wissenschaften und zur sozialen Imagination. Sie lebt in Berlin und in Florenz. Peter Wagner, Warwick und Florenz, behandelt Fragen einer Soziologie und Geschichte der Modernität und ist Mitglied der Jury des Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken.

PDF-Dokument DOWNLOAD (PDF, 271 kb)
Politik und Moderne, BandIV


Debatte zu Politik und Moderne, Band III (2000)
Kunst in der Gegenwart
Die Heinrich Böll Stiftung Bremen arbeitet mit mehreren Kooperationspartnern an einem längerfristigen Projekt KUNST IN DER GEGENWART: Anknüpfend an die Positionen Heinrich Bölls und an Josef Beuys´ Konzept zum Gesamtkunstwerk soll das Verhältnis von Kunst und Gesellschaft neu bestimmt werden. Dazu werden aktuelle wissenschaftliche Ansätze der Systemtheorie, der Kunstgeschichte und - kritik in Beziehung gesetzt zu Arbeiten moderner Künstler und zur Praxis der Kulturpolitik. Ziel ist es, eine Argumentation zu erarbeiten, die es den beteiligten Künstlern, Wissenschaftlern, Kunstvermittlern, Politikern und dem Publikum erlaubt, sich angemessen über den Gegenstand zu verständigen. Konkret wird es darum gehen, nach einer für alle verbindlichen Sprache zu suchen, deren Grundlagen zu erforschen und einzelne Elemente an Beispielen zu erproben. Erhofft wird, dass für die eigene politische Bildungsarbeit neue Formen der Wissensvermittlung erarbeitet werden können.

Das Projekt wird dokumentiert und fortlaufend in der Reihe POLITIK und MODERNE der Heinrich Böll Stiftung veröffentlicht. Um den Charakter der Reden und Diskussionsbeiträge zu erhalten, wurde nur sparsam redigiert. Dieser Band ist eine Dokumentation der Tagung vom 4./5. Mai 2000 in Bremen mit Beiträgen von folgenden Referenten: Kornelia von Berswordt-Wallrabe, Victor Böll, Jochen Schubert, Albrecht Göschel, Peter Fuchs, Barbara Kuon, Thoma Deecke, Klaus Huber, Roman Opalka, Johannes Stüttgen, Susana Zapke-Rodrigues


DOC-Dokument DOWNLOAD (DOC, 298 kb)
Kunst in der Gegenwart - eine Tagungsdokumentation


Debatte zu Politik und Moderne, Band II (2000/2001)
Niedriglöhne statt Arbeitslosigkeit

Staunende Experten und verwunderte Laien kapitulieren gemeinsam vor der Komplexität der aktuellen Niedriglohndiskussion. Reformkonzepte und ihre Bewertung durch Wissenschaft und Politik sind vielfältig und unübersichtlich. Doch die Debatte ist von hoher gesellschaftspolitischer Relevanz: Es geht um das Spannungsfeld von Beschäftigung und Existenzsicherung. Wie kann Beschäftigung gesichert und ausgebaut werden, ohne gleichzeitig Löhne und staatliche Sozialleistungen zu senken? Die Heinrich Böll Stiftung hat sich der gesellschaftspolitisch bedeutsamen Debatte angenommen. Der von ihr initiierte und finanzierte Sammelband setzt den Fokus auf die Grundlagen der aktuellen Niedriglohndiskussion, ohne gleichzeitig die Aktualität gänzlich zu vernachlässigen. "Damit soll staunenden Experten und verwunderten Laien gleichermaßen die Chance gegeben werden, die grundlegende Problematik, Reformansätze und ihre empirische Überprüfung nachzuvollziehen." (Bruno Kaltenborn, Bonn Juni 2001) "Niedriglöhne statt Arbeitslosigkeit" ist eine Dokumentation einer Tagung der Heinrich Böll Stiftung Bremen und Mecklenburg-Vorpommern vom Juni 2000 mit Beiträgen von folgenden Referenten: Bruno Kaltenborn; Werner Sesselmeier; Joachim Mitschke; Jürger Jerger; Andrea Kirchmann; Alexander Sperrmann und Jürgen Volkert.

PDF-Dokument DOWNLOAD (PDF, 312 kb)
Niedriglöhne statt Arbeitslosigkeit?


Debatte zu Politik und Moderne, Band I (1999)
Die hier eröffnete Reihe ist unfertig und soll es auch bleiben. Die Bände werden in keinen regelmäßigen Abständen erscheinen, sondern nur, wenn wir der Meinung sind, ausreichend spannendes Material zu haben. Die veröffentlichten Vorträge und Texte sind nur wenig überarbeitet worden. Mit dem hier veröffentlichten 1. Band versuchen wir einem Widerspruch zu begegnen. Auf der einen Seite sind Tagungs- und Kongreßdokumentationen in ihrer Gänze nicht selten eher langweilig und überflüssig. Auf der anderen Seite gibt es immer wieder Vorträge und Texte, die über das übliche Maß hinaus nachgefragt werden. Diesen Texten wollen wir diesen und folgende Bände widmen.


DOC-Dokument DOWNLOAD (DOC, 82 kb)
Albrecht Göschel, Aktuelle Themen der Kulturpolitik
DOC-Dokument DOWNLOAD (DOC, 82 kb)
Andrej S. Markovitz, Grün schlägt Rot
DOC-Dokument DOWNLOAD (DOC, 43 kb)
Claude Lefort, Menschenrechte und politisches Handeln
DOC-Dokument DOWNLOAD (DOC, 103 kb)
Peter Wagner, Die Widersprüchlichkeit der Moderne
DOC-Dokument DOWNLOAD (DOC, 38 kb)
Lorenz Wilkens, Wo wir sind, wenn wir handeln?


Die Grünen und die Moderne (1997)
Am 22. Februar fand in Hamburg eine gemeinsame Tagung der grünnahen Landesbildungswerke von Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen und der Heinrich Böll Stiftung unter dem Titel "Die Grünen und die Moderne" statt. Die Tagung ging der Frage nach den Merkmalen des anderen Verhältnisses zwischen Politik und Moderne nach, das die Grünen mit ihrem Eintritt in die politische Landschaft angedeutet haben.

DOC-Dokument DOWNLOAD (DOC, 58 kb)
Peter Wagner, Über Politik sprechen
DOC-Dokument DOWNLOAD (DOC, 11 kb)
Willfried Maier, Peter Rüdel, Zoltan Szankay, Die Grünen und die Moderne
DOC-Dokument DOWNLOAD (DOC, 49 kb)
PD Dr. Cornelia Klinger (Institut für die Wissenschaften vom Menschen), Lehrlinge im Zaubergarten - Überlegungen zu den Grenzen des Politischen in der Moderne
DOC-Dokument DOWNLOAD (DOC, 72 kb)
Willfried Maier, Grüne und Moderne
DOC-Dokument DOWNLOAD (DOC, 27 kb)
Adalbert Evers, Sozialstaat versus Freiheit
DOC-Dokument DOWNLOAD (DOC, 75 kb)
Christina Thürmer-Rohr, Die unheilbare Pluralität der Welt - Von der Patriarchatskritik zur Totalitarismusforschung <>