Die HEINRICH BÖLL STIFTUNG veranstaltet regelmäßig Vorträge und Seminare zu unserer Meinung nach aktuellen und interessanten politischen und kulturellen Themen. Wenden Sie sich bitte an unserer Büro, um laufende Planungen zu erfragen oder senden Sie uns eine mail. Gerne informieren wir Sie dann über aktuelle Veranstaltungen. Sollten Sie selber Vorschläge, Anregungen oder Veranstaltungswünsche haben, können Sie uns darüber informieren. Auf unserer Was-Sie-wollen - Seite finden Sie weiter Informationen.



Baustelle Demokratie - Wie der heutige Kapitalismus die Demokratie bedroht

Termin & Ort
Samstag, 8. Dezember 2016, 11:00 – 17:30

Dock europe e.V.
Bodenstedtstr. 16 (Hinterhof)
22765 Hamburg-Altona

Anfahrt: Buslinie 20 oder 25 bis Haltestelle „Gerichtsstraße“ oder
S-Bahn-Linien 11, 21 oder 31 bis Haltestelle Holstenstraße

Anmeldung unter www.umdenken-boell.de
Kosten für Verpflegung 10 € (ermäßigt 5€)

11:00 Uhr – Willkommen im dock europe!
Karin Heuer, umdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg
Urte Bliesemann, dock europe, Hamburg
11:15 Uhr – Keynote
Kaputtalismus. Wie der heutige Kapitalismus die Demokratie bedroht
Robert Misik, Journalist und politischer Schriftsteller, Wien
11:50 Uhr – Kommentar:
Karoline Linnert, Bürgermeisterin und Senatorin, Freie Hansestadt Bremen
Moderation: Peter Rüdel, Heinrich-Böll-Stiftung Bremen

12:30 Uhr – Mittagessen in der Kantine von »fux und ganz«

13:15 Uhr – drei parallele Foren
a) Demokratisierung des Ökonomischen – wie gelingt das?
mit: Ulrike Herrmann, Wirtschaftsjournalistin, taz, Berlin | Prof. Josef Vogl, Literaturwissenschaftler,
Humboldt-Universität, Berlin | Efthimia Panagiotidis, Soziologin, Vorstand fux e. G., Hamburg |
Moderation: Karin Heuer, umdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg
b) Zukunftstaugliche Parteiendemokratie– Was tun?
mit: Prof. Simone Dietz, Universität Düsseldorf, Düsseldorf | Prof. Regina Kreide, Justus-Liebig-Universität Gießen | Dr. Willfried Maier, Bündnis 90/Die Grünen, Hamburg |
Moderation: Peter Rüdel, Heinrich-Böll-Stiftung Bremen
c) Starke Kommunen für demokratische Inklusion!
mit: Karl-Martin Hentschel, freier Autor, Bundesvorstand Mehr Demokratie e. V., Kiel | Rita A. Herrmann, Redakteurin, AKP – Fachzeitschrift für Alternative Kommunalpolitik, Bielefeld | Gönül Eglence, Referentin für Bildung, Grüne/Alternative in den Räten NRW e. V., Düsseldorf |
Moderation: Heino Schomaker, Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein

15:45 Uhr – Pause mit Gallery Walk

16:15 Uhr – Podiumsgespräch
Den Wandel gestalten. Was hält unsere Gesellschaft heute und morgen zusammen?
mit: Ulrike Herrmann, Wirtschaftsjournalistin, taz, Berlin |Dr. Willfried Maier, Philosoph, Senator a. D., Hamburg |Prof. Dr. Naika Foroutan, Stv. Institutsdirektorin, Leiterin des BIM-Arbeitsbereichs »Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik «, Humboldt-Universität, Berlin (angefragt) |
Moderation: Anne Ulrich, Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin




Kaputtalismus - Wird der Kapitalismus sterben, und wenn ja, würde uns das glücklich machen?
fragt Robert Misik in seinem neuen Buch, das er im Theater Bremer vorstellt. Er ist ständiger Autor der tageszeitung (Berlin), von profil und Falter (Wien) und einer der streitbarsten linken Publizisten seiner Generation. Im Aufbau Verlag erschienen u.a. seine Bücher Anleitung zur Weltverbesserung, Das Kultbuch, Genial dagegen und Marx für Eilige. 1999 erhielt Robert Misik den „Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch“. 2009 wurde er mit dem Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik geehrt, er fasst die derzeitigen Debatten um die Krise des Kapitalismus zusammen und zeigt auf, welche Fragestellungen uns heute beschäftigen müssen. Seine zentrale These ist: Die Krise der Gesellschaftsform, in der wir heute leben, ist so umfassend, dass es nicht genügt, mit Umverteilung gegenzusteuern. Das gesamte System muss neu gedacht werden.
Ausgehend von den Stücken mit denen das Schauspiel des Theaters die Spielzeit eröffnet – Bertolt Brechts Der Gute Mensch von Sezuan und Büchners Dantons Tod – wird es über die Spielzeit hinweg mehrere Veranstaltungen geben, welche sich mit dem System Kapitalismus beschäftigen, es nach Alternativen befragen, radikale und utopische Neuordnungen erforschen.
So 9. Oktober, 11 Uhr im noon / Foyer Kleines Haus.
Eintritt frei!
In Zusammenarbeit mit dem Theater Bremen





Über Wahrheit und Lüge im deutschen Geschichtsfilm

des Landesinstitut für Schulpraxis, Demokratisch Handeln und der Heinrich Böll Bremen
Die im März 1995 in Hamburg eröffnete und von einer Million Menschen besuchte Wehrmachtsausstellung hat die Legende von der „sauberen Wehrmacht“ zwar beendet, aber es dauerte nicht lange, bis an deren Stelle neue Legenden produziert und von den Massenmedien Film und Fernsehen verbreitet wurden. Bernd Eichinger hat mit seinem Kinofilm Der Untergang 2004 den Anfang dieser neuartigen Form von „Geschichtsschreibung“ gemacht: Er zeigt die Machtelite des untergehenden „tausendjährigen Reiches“ – Generäle, SS-Führer und Minister – die jahrelang gemordet oder den Massenmord befohlen haben, ohne dass der Zuschauer etwas von diesem kriminellen Vorleben erfahren. Sie werden in ihren Uniformen und im Schmuck ihrer Orden als unschuldige Geiseln von zwei Verrückten – Hitler und Goebbels – und als realitätstüchtige Verfechter eines bewaffneten Ausbruchs aus dem „Führerbunker“ unter der Reichkanzlei präsentiert. Mit einer ähnlichen Dramaturgie der Aussparung der Fakten und der Zerstörung des historischen Zusammenhangs arbeitet Nico Hofmann in seinem 2013 gezeigten Fernsehdreiteiler Unsere Mütter, unsere Väter: Die fünf Freunde geraten 1941 in einen Krieg, in dem es die Vorgeschichte des Dritten Reiches nicht gibt und der Holocaust hinter der Front mit 3 Millionen Toten wie der Genozid an 27 Millionen Slawen als Ergebnis des Kriegsplans von NS-Führung und Generalität nicht vorkommen. Man erlebt einen Action- und Abenteuer-Film, bei dem alle, eine ganze Generation, zu Opfern werden. Diese Legenden wird der Historiker und ehemalige Leiter der Wehrmachtsausstellung, Hannes Heer, im Rahmen eines Seminars und anhand von Filmausschnitten darstellen und analysieren.
Termin: 27. Oktober 2016 von 13 – 17:00
Ort: Plantage 13, Eingang 26, Bremen
Anmeldung an: Heinrich Böll Stiftung Bremen, Plantage 13, 28215 Bremen
oder ruedel.boell@arcor.de