Die HEINRICH BÖLL STIFTUNG veranstaltet regelmäßig Vorträge und Seminare zu unserer Meinung nach aktuellen und interessanten politischen und kulturellen Themen. Wenden Sie sich bitte an unserer Büro, um laufende Planungen zu erfragen oder senden Sie uns eine mail. Gerne informieren wir Sie dann über aktuelle Veranstaltungen. Sollten Sie selber Vorschläge, Anregungen oder Veranstaltungswünsche haben, können Sie uns darüber informieren. Auf unserer Was-Sie-wollen - Seite finden Sie weiter Informationen.



VON VERKEHR(T) - ZU RICHTIG MOBIL!

Wie gelingen nachhaltige Mobilitätskonzepte?
Eine Tagung der Heinrich Böll Stiftung in der Universität Lüneburg

Eine Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung und ihrer Landesstiftungen
Bremen www.boell-bremen.de
Hamburg www.umdenken-boell.de
Mecklenburg-Vorpommern www.boell-mv.de
Niedersachsen www.slu-boell.de
Schleswig-Holstein www.boell-sh.de
mit der www.leuphana.de
im Rahmen der green new deal-Debatten der Heinrich Böll Stiftung
http://greennewdeal.boellblog.org/

Bisher besitzt Deutschland kein überzeugendes Mobilitätskonzept. Alle wissen es. In Deutschland leben seit letztem Jahr erstmals mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Um die Städte haben sich Ballungsräume entwickelt, zusätzlich durch
Eigenheimzulage und Kilometerpauschalen gefördert. Die Städte verdichten sich immer mehr. Bei den Menschen dort
wächst der Unmut über Lärm und Schmutz durch zunehmende (Pendel)Verkehre. Citymauts, Anwohnerzonen u.a. sind erste
Antworten darauf. Leittragende des Unmuts der StädterInnen sind zuerst die PendlerInnen, die mangels Alternativen häufig auf
das Auto angewiesen sind.
Auf dem sich ausdünnenden Land droht das Auto noch mehr als heute zum einzigen Fortbewegungsmittel zu werden.
Der Verkehr in Stadt und Region emittiert über 20% der Treibhausgase und ist damit ein bedeutender Klimafaktor und
erhöht zusätzlich den Handlungsdruck.

Unsere Tagung will zweierlei:
Im Rahmen einer Ideenbörse einen Ausschnitt der verschiedenen Richtungen des Nachdenkens über Weiterentwicklungen
unseres Mobilitätsverhaltens geben und darüber diskutieren, warum wir immer wieder der Welt des höher, schneller, weiter
verfallen, die uns anhält allzeit verfügbar zu sein und überall sofort hinkommen zu müssen und dieses auch noch als
Freiheit empfinden. Lässt sich dem eine Kultur der Langsamkeit, der Begegnung, des zu Hause Seins entgegensetzen?

Tagungsinformationen

Veranstaltungsort: Universität Lüneburg, Campus/Scharnhorststr. 1, 21335 Lüneburg

Tagungsbeitrag: € 15,– / € 10,– (ermäßigt) inkl. Verpflegung bitte unter Angabe des Namens bis zum 20. August 2010 (Anmeldeschluss) auf folgendes Konto überweisen:
Stiftung Leben und Umwelt
Konto: 14 6110
BLZ: 250 501 80
Stichwort: Mobilität
Eine Zahlungsbestätigung erhalten Sie auf der Tagung.

Anmeldung und Kontakt:
Stiftung Leben und Umwelt
Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen
c/o Silke Inselmann
Warmbüchenstraße 17
30159 Hannover
T 0511-3018 57-0
F 0511-3018 57-14
info@slu-boell.de

Freitag, 3. September 2010, 18:00
Eröffnungsvortrag Reinhard Loske Senator für Umwelt, Bau und Verkehr Bremen
Anschließend Come together: Empfang, Gespräche, Essen und Trinken

Samstag, 4. September, 10:00
Eröffnung Peter Pez Leuphana Universität Lüneburg „Schlaglichter auf das Thema der Tagung“
Podiumsdiskussion
Leben 2034 – Mobilität der Zukunft
Wie wird sich die Mobilität in der Zukunft entwickeln, speziellmit Blick auf Metropolen und ihr Umland? Wie steht es um den
Ausbau des ÖPNV? Wie werden neue Arbeitsverhältnisse (Stichworte: Teilzeit, Flexibilität, Heimarbeitsplätze u.v.m.) auf
die Mobilität wirken? Wie kann Stadtentwicklung reagieren? Welche konkreten Pläne gibt es für die Regionen?
Peter Pez – Dekan der Fakultät für Bildungs-, Kultur- und Sozialwissenschaften an der Leuphana Universität Lüneburg
im Gespräch mit:
Michael Adler – Chefredakteur Fairkehr, dem Magazin des VCD
Katharina Fegebank – Landesvorsitzende GAL Hamburg, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Mitarbeiterin des Präsidiums
der Universität Lüneburg

Ideenmarkt, ab 12:00

Film „Beauty and the Bike“
Ein Filmprojekt macht Werbung fürs Fahrradfahren – vor allem in England. Bremen und die englische Stadt Darlington sind
Schauplatz für den Film. In beiden Städten wurde eine Gruppe von jungen Mädchen begleitet. Der Film macht deutlich, welche
Schäden autozentrierte Verkehrspolitik verursacht hat. Während über Risikobewertung, Fahrrad-Helme, Rad-Training und
Marketing-Strategien debattiert wird, bleiben die grundlegenden Hindernisse für den Radverkehr unberührt – großzügige Stadtplanung für Autos und zu wenig Raum für den Radverkehr.

Lesung und Gespräch mit Carsten Otte „Goodbye Auto.
Ein Leben ohne Führerschein.“
(Goldmann 2009) (13:00 und 14:30 je 45 Minuten)
Carsten Otte ist viel unterwegs. Zu Fuß, mit dem Fahrrad, der Bahn. Manchmal auch im Auto – als Beifahrer. Denn er hat
keinen Führerschein. Wie das geht? Es geht. Immer besser. In „Goodbye Auto“ erzählt er von seinen abenteuerlichen Reisen,
kuriosen Begegnungen und überraschenden Erlebnissen auf autolosen Wegen durchs Land.

Film „Priorität zu Fuß!“ – Das Modell Begegnungszone
In Begegnungszonen gilt Tempo 20. FußgängerInnen haben Vortritt. Doch wie funktionieren Begegnungszonen in der Praxis?
In einem 14-minütigen Film werden anhand dreier Beispiele aus Burgdorf, Biel und St. Gallen die Funktionsweise dargestellt
und die Entstehung der Begegnungszonen nachgezeichnet. Fachleute kommen zu Wort und gehen auf Erfolge, chwierigkeiten
und Widerstände ein.

Teststrecke mit Elektrofahrrad auf dem Campus Der Bergbauingenieur und Ex-McKinseyberater Stefan Gulas hat
das Berliner Unternehmen „E-Rockit“ für Elektrofahrräder etabliert. Die Funktionsweise basiert auf Muskelkraftmultiplikation
und erbringt die Leistung eines Motorrads: Die eROCKIT Elektronik registriert die von den FahrerInnen aufgewendete
Muskelkraft und gibt sie multipliziert mit einem Faktor bis zu 50 an das Hinterrad ab. Einfach auf dem Campus ausprobieren!

Darüber hinaus wird die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein ihr „tragbares Nullemissions-Auto“ vorführen und
weitere Mobilitätsprojekte aus ihrer Arbeit präsentieren.

Debattentische, ab 12:00

Kilometergeld statt Kfz-Steuer
Die Niederländer schlagen einen neuen Weg im Klimaschutz ein. Statt der althergebrachten Kfz-Steuer zahlen AutobesitzerInnen ab 2012 drei Cent pro gefahrenem Kilometer. Die Regierung erhofft sich von der Reform weniger Staus und geringeren CO2-Ausstoß. Ist die niederländische Praxis eine sinnvolle ordnungspolitische Maßnahme?
Leitung: Enno Hagenah – MdL Niedersachsen

Freie Fahrt zwischen Stadt & Umland! Aber wie?
Die Prognosen sind mehr als ernüchternd: Während der innerstädtische Verkehr dank verschiedener verkehrs- und siedlungspolitischer Maßnahmen in Richtung Nachhaltigkeit steuert, existieren bisher kaum Konzepte für den Verkehr zwischen
Städten und ihrem Umland. Wichtigstes Transportmittel ist der PKW.Wenn dessen Betrieb teurer wird, wird der ländliche
Raum immer mehr abgehängt. Gemeinsam mit Ihnen wollen wir diskutieren: Welche Alternativen gibt es? Können mehr
PendlerInnen zum Umsteigen bewegt werden? Wie sieht eine nachhaltige Mobilitätskultur auch zwischen Stadt und Land aus?
Leitung: Michael Adler, Fairkehr

Verkehr & Diversity
Alle haben unterschiedliche Anforderungen an individuelle Mobilitätsmöglichkeiten und außerdem verschiedene Vorstellungen
von nutzbringenden und sinnvollen Mobilitätsformen. Diese hängen zusammen mit gesellschaftlicher Zugehörigkeit,
den Alltagsgewohnheiten und sozialen Verhältnissen, aber auch mit Weltsichten und persönlichen Verantwortungen. Wir
wollen an diesem Thementisch nach diversen Motivationen und praktischen Mobilitätsanforderungen verschiedenster Bevölkerungsgruppen fragen und untersuchen, wie diese in ein zukunftsfähiges Mobilitätskonzept integriert werden können. Dabei wollen wir besonderes Augenmerk auf Geschlechtergerechtigkeit und die Auswirkungen des demografischen Wandels legen.
Leitung: Leif Rättig – Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein

Wie gelingt Veränderung?
Verkehrspolitik war in der Vergangenheit und ist bis heute ein Bereich, in dem vorwiegend Infrastrukturleistungen erwartet
und erbracht werden. Dieser Umstand hat mit dazu beigetragen, dass der straßengebundene Verkehr erhebliche Überlastungserscheinungen zeigt. Inwiefern kann oder muss auch schulische und informelle Bildung nachhaltige Verhaltenskonzepte aufgreifen und gesellschaftlich zu verankern versuchen? Sind eher die Verkehrsnachfragenden oder die VerkehrspolitikerInnen die geeignete Zielgruppe? Kann mit Mobilitätsbildung eine „Verkehrswende“ gelingen?
Leitung: Peter Pez – Institut für Stadt- und Kulturraumforschung an der Leuphana Universität Lüneburg

Abschlussgespräch „Wie wollen wir leben“
Ist Mobilität ein menschliches Grundbedürfnis? Bedeutet freie und sichere Mobilität Lebensqualität? Ist soziale Teilhabe
und Kommunikation nur mobil denkbar oder zerstört sie nicht eher, was sie sucht? Zu welchem Handeln zwingen uns die
noch steigenden Energiepreise und zunehmenden Klimaveränderungen? Wie soll dies aussehen? Wie wollen wir leben?
Barbara Lenz – Stiftungsprofessorin Verkehrsgeografie in Berlin, zugleich Leiterin der Forschungsabteilung Mobilität und Verkehr
Weert Canzler – wissenschaftlicher Mitarbeiter im Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und Initiator
der „Projektgruppe Mobilität“
Moderation: N.N.




Studienreise Litauen

Von Vilnius entlang der Memel bis zur Kurischen Nehrung
10.09. – 18.09.2010

Die Landesstiftungen der Heinrich Böll Stiftung Bremen und Mecklenburg-Vorpommern organisieren im Herbst 2010 gemeinsam eine Studienreise durch Litauen. Die Reise soll Einblicke in die Vielfalt des baltischen Staates, die jüdische Vergangenheit als „Jerusalem des Nordens“, die Geschichte und Literatur des Landes, die europäische Realität mit den EU-Außengrenzen und das Erbe sowjetischer Zeiten vermitteln. Dazu führt uns die Reise in die Hauptstadt Vilnius, weiter entlang der Memel, nach Kaunas und abschließend auf die Kurische Nehrung. Die Treffen und Gespräche mit Fachleuten gewähren Einblicke in die Geschichte und Gegenwart Litauens.

Organisation und Leitung:
durch Marco der Pole, Bildungs- und Studienreisen, Krakau
Peter Rüdel (Heinrich Böll Stiftung Bremen), Christine Decker (Heinrich Böll Stiftung MV)

Reiseprogramm (Änderungen möglich):

10.09 Anreise
Fahrt nach Vilnius mit dem Zug aus Berlin nach Warschau um 16 Uhr, ab Warschau dann in der Nacht weiter mit dem Bus. (ca. 10 Std schneller als mit der Bahn)

11.09 Ankunft Vilnius um 7:50
Hotelbezug, erster Stadtspaziergang und gemeinsames Abendessen

12.09
„Annäherung an die Geschichte von Vilnius“
- Ausführlicher Stadtspaziergang durch die Altstadt
- Besuch des KGB-Museums, Gespräch mit einem Zeitzeugen über die Ereignisse vom Januar 1991

13.09
„Litauisches Jerusalem“
- Besuch des jüdischen Museums
- Stadtrundgang mit einer ehem. Widerstandskämpferin (Synagoge, ehem. Ghetto)
- Fahrt zur Gedenkstätte im Paneriai -Wald (Ort von Massenerschießungen der Wilnaer Juden während der deutschen Besetzung)

14.09
„Litauen heute“
- Fahrt nach Trakai und Besichtigung Wasserschloss
- Gespräch mit einem Lokalpolitiker über die aktuelle politische und wirtschaftliche Situation in Litauen
- Zeit zur freien Verfügung in Vilnius

15.09
„Die Memel – ein Fluss mit vielen Namen“
- Gespräch: Litauen und die EU-Außengrenze
- Fahrt entlang der Memel zur Kurischen Nehrung mit dem Halt in Kaunas
- Kurze Stadtbesichtigung und Mittagspause in Kaunas
- Ankunft in die Kurische Nehrung

16.09
„Kurische Nehrung“
- Klajpeda Stadtbesichtigung
- Fahrt nach Nida, Zentrum der Kurischen Nehrung
- Ortrundgang durch Nida (Hohe Düne, Hafen, Thomas-Mann-Haus)
- Freizeit


17.09
Kurische Nehrung und Rückfahrt nach Klaipeda
- Literatur und Freizeit auf der Kurischen Nehrung
- Besteigung der Fähre nach Kiel am Abend
- gemeinsames Abendessen und Auswertung

18.09
Ankunft Kiel
- Ankunft um 19 Uhr in Kiel


Leistungen:

- 6 x Unterkunft in ***Hotels
- 2 x Halbpension
- alle Eintritte laut Programm
- deutschsprachige Reiseleitung
- Mietbus für die Transfers


Teilnahmegebühr:
680 EUR p.P. (enthalten sind die Anreise ab Berlin, Rückreise mit der Fähre bis Kiel)
EZ- Zuschlag: 115,-EUR

Eine Anzahlung von 100,- Euro ist auf das Konto der Heinrich-Böll-Stiftung Bremen zu überweisen:
Bremische Volksbank
BLZ: 291 900 24
Konto: 51330000
Die Restzahlung muss bis zum 30. Juli 2010 erfolgt sein.

Zuschlag für 2-Kabine auf der Fähre: 25 EUR p.P. (realisierbar soweit 2er Kabinen vorhanden sind.)

Die Anzahl der Teilnehmenden aus Bremen ist auf 10 begrenzt. Die Anmeldung ist erst mit Überweisung der Anzahlung verbindlich. Eine Bestätigung erfolgt schriftlich. Eine Abmeldung bis 29. Mai 2010 ist kostenlos, bis 1. August 2010 gegen eine Gebühr von 100,- Euro. Danach können nur noch nicht angefallene Kosten zurück erstattet werden. Wir empfehlen den Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung.

Information und Anmeldung:
Heinrich-Böll-Stiftung Bremen
Plantage 13. 28215 Bremen
fon: 35 23 68; mail: ruedel.boell@arcor.de