Kleine Geschichte der Gentechnik

Kleine Geschichte der Gentechnik

Hintergrund

Von der Entschlüsselung der DNA-Struktur 1953 über das Klonschaf Dolly 1997 bis zu Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen.

1953 Struktur der DNA entschlüsselt.

1973 Erstes gentechnisch verändertes Bakterium.

1973 Zum ersten Mal werden Säugetiere gentechnisch manipuliert (1974 veröffentlicht).

1975 Asilomar-Konferenz; Wissenschaftler/innen warnen vor Risiken der Gentechnik und fordern ein Moratorium.

1980 Patent auf einen Mikroorganismus in den USA vor Gericht bestätigt (Bakterien zum Abbau von Ölverschmutzungen, «Chakrabarty»-Fall). Erste erfolgreiche Übertragung von Genen in Zellen von Pflanzen mit Hilfe des Agrobakterium tumefaciens.

1983 Wissenschaftlern aus den USA und Europa gelingt die Herstellung gentechnisch veränderter Pflanzen.

1985 In den USA erste Freisetzung von gentechnisch veränderten Bakterien (Ice-minus-Bakterien). Erste transgene Schafe und Schweine werden gezüchtet.

1986 Freisetzung von gentechnisch verändertem Tabak in Frankreich und den USA.

1987 Die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages spricht sich für ein fünfjähriges Moratorium für Freisetzungen aus.

1988 Erstes Patent auf ein Säugetier in den USA («Krebsmaus»).

1989 Erstes Patent auf gentechnisch veränderte Pflanzen in Europa.

1990 Erstes Gentechnikgesetz in Deutschland.

1991 Erste Freisetzung von gentechnisch verändertem Mais (Frankreich). Erste Freisetzung von gentechnisch veränderten Pflanzen (Petunien) in Deutschland, die Pflanzen blühen in anderen Farben als erwartet.

1992 Erstes Patent auf Säugetiere in Europa («Krebsmaus»).

1994 Die Anti-Matsch-Tomate kommt in den USA auf den Markt, findet aber keine Akzeptanz.

1996 Erste Schiffsladung mit gentechnisch verändertem Soja kommt nach Europa. Greenpeace startet in Europa eine Kampagne gegen Gentechnik in der Landwirtschaft. Monsanto erhält in Europa ein Patent auf gentechnisch verändertes Soja.

1997 Die EU schreibt erstmals die Kennzeichnung gentechnisch veränderter Pflanzen vor. Klonschaf Dolly wird der Öffentlichkeit präsentiert.

1998 In der EU tritt ein Moratorium für weitere Zulassungen gentechnisch veränderter Pflanzen in Kraft. Zuvor war u.a. bereits die Zulassung für den Anbau von gentechnisch verändertem Mais MON810 erteilt worden.

EU-Patentrichtlinie erlaubt Patente auf gentechnische Veränderungen an Pflanzen und Tieren (Richtlinie 98/44 EC).

1999 Der Lebensmittelhandel in Europa spricht sich gegen Gen-Food aus.

2000 Erstes pflanzliches Genom vollständig entziffert (Arabidopsis thaliana).

Erste Veröffentlichungen der Forschung des Golden Rice – der durch gentechnische Veränderungen vermehrt Betacarotin enthält.

2003 Die EU erlässt neue Vorschriften zur Risikobewertung und Kennzeichnung von Lebens- und Futtermitteln aus gentechnisch veränderten Pflanzen (Verordnung 1829/2003).

2009 Der Anbau von MON810 wird in Deutschland verboten.

Auf den Cayman-Inseln finden erste Freisetzungen mit gentechnisch veränderten Mücken statt.

2010 US-Wissenschaftler präsentieren einen vermehrungsfähigen Mikroorganismus, dessen Erbgut komplett synthetisiert und aus einem anderen Mikroorganismus übertragen wurde.

2012 Das Europäische Patentamt erteilt Patente auf gentechnisch veränderte Schimpansen.

Die Genschere CRISPR/Cas wird entwickelt.

2013 In der EU wird ein erster Antrag auf Freisetzung von gentechnisch veränderten Insekten (Olivenfliegen) gestellt.

2015 In den USA wird gentechnisch veränderter Lachs zugelassen. In die Regale kommt er erstmals in Kanada im Jahr 2017.

Erstmals wird an Mosquitos gezeigt, dass sich mit Hilfe von CRISPR/Cas Gene Drives konstruieren lassen, die sich rasch in ganzen Populationen ausbreiten können.  

2016 In den USA werden erstmals Organismen, die durch CRISPR/Cas gentechnisch verändert wurden, zur Lebensmittelgewinnung freigegeben. Es handelt sich um Speisepilze, die nach der Ernte nicht braun werden sollen, und Mais mit veränderter Stärkezusammensetzung.

Über hundert Nobelpreisträger sprechen sich für den Anbau von Golden Rice aus.

2018 In Australien und Neuseeland wird Golden Rice zum Import erlaubt. Die Antragsunterlagen zeigen, dass ein positiver gesundheitlicher Effekt kaum zu erwarten ist.

Der Gerichtshof der EU entscheidet, dass mit CRISPR/Cas und ähnlichen Verfahren in ihrem Erbgut veränderte Pflanzen und Tiere der Zulassungspflicht für gentechnisch veränderte Pflanzen unterliegen.

In China werden angeblich Babys geboren, die in ihrem Erbgut mit CRISPR/Cas manipuliert wurden.


2019 In der EU sind über 60 gentechnisch veränderte Pflanzen für den Import und die Gewinnung von Lebensmitteln zugelassen.

Weltweit werden nach Angaben der Industrie rund 200 Millionen Hektar mit gentechnisch veränderten Pflanzen bebaut, der größte Anteil wächst in Nord- und Südamerika. Unter anderem in den USA, Mexiko, Kanada und Australien breiten sich gentechnisch veränderte Pflanzen auch unkontrolliert in der Umwelt aus.


Quelle: angepasst nach Testbiotech

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