Transgender und religiöse Radikalisierung aus Sicht einer indonesischen Autorin

Transgender und religiöse Radikalisierung aus Sicht einer indonesischen Autorin

Lesung

13. September 2017, 18 Uhr, Krimibibliothek in der Zentralbibliothek: Am Wall, Bremen. Mit Unterstützung der Heinrich Böll-Stiftung Bremen kommt Okky Madasari nach Bremen und liest aus ihrem aktuellen Buch „Gebunden – Stimmen der Trommel“.

Buchseiten aufgeblättert.Urheber/in: Dennis Skley. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

In „Gebunden“ wirft die indonesische Autorin Fragen nach gesellschaftlichen Zwängen auf und den Möglichkeiten des Einzelnen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen – insbesondere mit Blick auf die Themen Transgender und religiöse Radikalisierung.

Erzählt wird die Geschichte zweier Freunde, die in den neunziger Jahren ihre Hochschulen verlassen und Straßenmusiker werden. Bei einem ihrer Auftritte, bei dem sie auf das Verschwinden einer Fabrikarbeiterin aufmerksam machen, werden sie verhaftet. Im Gefängnis erleben sie Folter und Demütigungen, der Jüngere von ihnen, der Transgender Sasa, auch sexuelle Gewalt. Traumatisiert verlassen beide das Gefängnis. Sasa wird bald in die Psychiatrie eingewiesen. Sein Freund muss sich als Fabrikarbeiter verdingen, verliert aber in den Wirren der späten 90er Jahre jeden Halt und gerät in die Fänge einer islamistischen Gruppe.

Madasari zeigt sich in diesem Roman als kritische Beobachterin des Erstarkens extremistischer Positionen in ihrem Land.

„In ‚Gebunden‘“, so schreibt das BÜCHERmagazin, zeige Okky Madasari „einen Menschen, der von gesellschaftlichen und politischen Veränderungen hin- und hergeworfen wird und in dieser Machtlosigkeit eine Aufforderung zum Kampf sieht. Und einen, der diesen Kampf aufgibt.“

Okky Madasari wurde 1984 in Magetan, Ost-Java, Indonesien, geboren und studierte an der Gajah Madah University in Yogyakarta Politische Wissenschaft und Soziologie an der Universitas Indonesia in Jakarta. Seitdem arbeitete sie u. a. als Journalistin und Schriftstellerin. 2012 gewann sie mit ihrem dritten Roman Maryam als bisher jüngste Autorin den renommierten indonesischen Khatulistiwa Literary Award. Heute lebt sie in Jakarta.

Eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung mit dem Sujet-Verlag, der Stadtbibliothek und Radio Bremen.

Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Silke Behl (Bremen Zwei), der Eintritt ist frei.

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